Die Musik von Phantom Manor: eine Melodie, die euch verfolgt

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Die Musik von Phantom Manor ist eine der am meisten geschätzten von Besuchern und Fans von Disneyland Paris. Thomas von der Website der Phantom Manor Legends erklärt: Die Tatsache, dass die Musik schon früh bei der Gestaltung der Attraktion mitgedacht wurde, zeigt, wie wichtig der Stellenwert der Musik im Disneyland Paris ist, um den Besuchern Geschichte und Emotionen zu vermitteln. 

Von Piraten bis Gespenstern

Die Musik von Phantom Manor ist zunächst ein Thema, das berühmte „Grim Grinning Ghosts“, mit dem Untertitel „das schreiende Lied“, das für die Haunted Mansion komponiert wurde, die ursprüngliche Version der Attraktion im Disneyland Resort in Kalifornien. Der Text ist das Werk von X. Atencio, der den Text zu „Yo Ho! (A Pirate’s Life For Me)“ ein paar Jahre zuvor. Als Autor und Drehbuchautor war es seine Aufgabe, die beiden Atmosphären der Attraktion, nämlich das Makabre und das Humoristische, zu vereinen. So präsentiert er seine Geister vom ersten Satz an als furchterregend („Grim Grinning Ghosts“), aber gleichzeitig auch als sympathisch („come out to socialize“).

Ein ähnlicher Prozess findet sich in der von Buddy Baker komponierten Musik (Impressions de France, Les Aventures de Winnie l’Ourson). Es gibt dissonante Intervalle, die ein seltsames und sogar beängstigendes Gefühl erzeugen, aber der Komponist vermied sorgfältig das „augmentierte Quartett“, das den Spitznamen „Diabolus in Musica“ trägt. Das Ergebnis ist sowohl dunkel als auch hell, typisch für die Atmosphäre, die Walt Disney sich für seine Attraktion vorgestellt hatte.

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Begräbnis- und Triumphsinfonie

Als das ursprüngliche Skript für Phantom Manor zusammengestellt war, schien es Jeff Burke, dem für die Gestaltung des Frontierlands verantwortlichen Imagineer, klar zu sein, dass die tragische Geschichte von Melanie Ravenswood auf eine Art und Weise erzählt werden musste, die der amerikanischen und japanischen Version der Attraktion entsprach. Angesichts der multikulturellen Dimension von Disneyland Paris war es nicht möglich, durchgehend einen Erzähler einzusetzen, wie es in den anderen Versionen der Fall ist. Der Musik kam daher eine entscheidende Rolle zu, sowohl in Bezug auf die Atmosphäre als auch auf die Erzählung.

Ein erstes Experiment wurde vom Illustrator und Musiker Christian Hope unter Mitwirkung des Musikers Marco Monahan und des Tontechnikers Paul Ricchiuti unternommen. Das Ziel dieser Künstler war es, die gotische Atmosphäre dieser neuen Version so gut wie möglich auszudrücken. Dazu hatten sie die Idee, die ursprüngliche Musik zu adaptieren, indem sie von einem Geh-Rhythmus zu einem Walzer wechselten und einen Synthesizer verwendeten, um symphonische Klänge zu erzeugen. Dieses Experiment erwies sich als schlüssig, und es war nun an der Zeit, den Übergang zu einem echten Orchester zu erwägen.

Zu dieser Zeit arbeitete der Komponist John Debney (Kuzco, L’Empereur Mégalo) an der Musik für „it’s a small world“, und es war der für das Fantasyland zuständige Imagineer, Tom Morris, der die Idee hatte, den Komponisten seinem Kollegen aus dem Frontierland vorzustellen. Da John Debney Buddy Baker gut gekannt hatte, sah er diese Arbeit als eine Form der Hommage an seinen Mentor. Er verwandelte die Musik von Phantom Manor in ein riesiges symphonisches ‚Thema und Variationen‘, während er die fiebrige Jazz-Seite für die Katakomben-Szene beibehielt. Es war auch seine Idee, eine Solostimme hinzuzufügen, die Melanie verkörpert.

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Echos von Jenseits des Grabes

Die Orchestrierung von John Debney und Brad Dechter (Atlantide, L’Empire Perdu), die gerne Anleihen bei Camille Saint-Saëns‘ Danse Macabre macht, zeigt das klassische Orchester, ergänzt um einige ungewöhnlichere Instrumente.

Die Bassflöte ist eine Hommage an Buddy Bakers Originalpartitur, die damals schon eine enthielt, für die Boarding-Szene.

Die Orgel, die in einer Kirche in London aufgenommen wurde, bringt eine mystische Seite mit sich, die an Johann Sebastian Bachs berühmte Toccata und Fuge in d-Moll erinnert.

Das Bastringed Piano, oder verstimmtes Klavier, eignet sich perfekt für die Saloon-Szene im Phantom Canyon.

Was den Vibraslap (ein Schlaginstrument, das eine Art Stridulation erzeugt) in Verbindung mit Xylophon-Klängen betrifft, so entspricht er ideal der Atmosphäre der Katakomben, in denen diese Skelette mit ihren eigenen Knochen musizieren, wie in La Danse Macabre (1929), dem ersten Zeichentrickfilm der Reihe „Silly Symphonies“.

Und nicht zuletzt die Spieluhr, die im Garten, in der Nähe des Pavillons, erklingt. Dieses besonders stimmungsvolle Arrangement des Themas „Anziehung“ wurde von John Debney geschrieben. Sie wurde dann an einen Hersteller traditioneller Spieldosen weitergegeben, der sie auf eine Metallscheibe gravierte, wie sie Ende des 19. Jahrhunderts auf mechanischen Instrumenten wie dem Polyphon oder Symphonion zu sehen war. Der Imagineer Glenn Barker, der für das Sounddesign verantwortlich war, brachte seine eigene Musikbox ins Walt Disney Imagineering Studio und spielte die Scheibe dort ab, um sie aufzunehmen. Das Ergebnis ist ein Sound, als käme er aus der Vergangenheit, so authentisch wie eindringlich. Es ist genug, um die Besucher in Stimmung zu bringen, bevor sie überhaupt das Herrenhaus betreten…

 

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